Wir machen mit!
Die Azubi-Trainer-Lizenz ist ein Baustein der Ausbildungs-Offensive. Vom 23.05. bis zum 20.07.07 läuft der Kurs 1, der insgesamt an drei Nachmittagen mit jeweils dreiwöchiger Unterbrechung stattfindet.
Hier einige Stimmen der Teilnehmer, eingefangen nach ersten gesammelten Erfahrungen am zweiten Kurs-Nachmittag:
Christoph Marquardt, Stuckateurbetrieb Marquardt, Herrenberg
"Meinem Azubi (2. Lehrjahr) stellte ich die Aufgabe, einer Materialliste zusammen zustellen und die Arbeitsmaterialien vorzubereiten. Das Ergebnis: Die Liste war erfreulich komplett, der Azubi hat weitestgehend nichts vergessen. Ich habe meinen Azubi gelobt - der hat sich sehr gefreut - und ich mich auch ..."
Heinz Schäfer, Stuckateurbetrieb Schindler, Königschaffhausen
"Ich konnte nur kurz mit einem Praktikanten zusammenarbeiten. Seine von mir übertragene Aufgabe bestand darin, selbständig kleinere Arbeiten durchführen. Ergebnis: Der Praktikant hat es gut gemacht. Es war für mich neu, die Verantwortung auch mal abzugeben."
Silvio Schwarz, Stuckateurbetrieb Sauer GmbH, Epfenbach
"Ich habe keinen Azubi und arbeite derzeit mit meinem jüngeren Bruder zusammen. Ich will das, was ich hier bei der Azubi-Trainer-Lizenz höre und lerne, in Zukunft mit einem Azubi ausprobieren."
Adrian Ritter, Stuckateurbetrieb Härle, Tübingen
"Ich bilde meine Azubis schon lange in dieser Form aus. Ich weise sie gründlich ein, gebe ihnen Verantwortung für "kleinere Projekte", korrigiere sie und lobe sie. Dabei bin ich der Meinung, dass man mit Lob sparsam umgehen sollte!"
Rainer Simon, Maler- und Stuckateurbetrieb Roller & Petzold GmbH, Wildberg
"Mein Lehrling im ersten Lehrjahr hatte die Aufgabe Material zu berechnen. Ergebnis: Er hatte fast nichts vergessen. Ich war damit sehr zufrieden und auch erstaunt über die Leistung.
Bei einer anderen Gelegenheit stellten wir ein Giebelgerüst: Dabei tauschten wir die Rollen: "Du bist jetzt der Chef und ich dein Handlanger - also mach mal!" Ergebnis: Der Azubi hat das super gemacht - und ich bin richtig ins Schwitzen gekommen.
Insgesamt kann ich sagen, dass mein Lehrling supermotiviert und ich über seine Leistung erstaunt war. Er hat mein Vertrauen gerechtfertigt - gleichzeitig war Lehrling war von meinem Vertrauen überrascht. Das führte sogar dazu, dass seine Mutter bei mir anrief und sich extra über alles erkundigte.
Zur selben hatten wir Studenten als Ferienjobber im Betrieb, auf die das einen sehr positiven Eindruck gemacht hat. Ich muss sagen, es hat Spaß gemacht. Es hat zwar Zeit gekostet - aber das zahlt sich in der Zukunft aus - und dann kann mich mein Azubi entlasten."
Salvatore Palermo, Stuckateurbetrieb Bäumle GmbH, Murg
"Ich habe ebenfalls mit meinem Lehrling einen Rollentausch gemacht, dabei wollte ich ihm mehr Verantwortung geben. Auch bei uns ist das gut gelaufen. Ich war überrascht über die Leitung und Fähigkeiten meines Azubis. Für die Zukunft verspreche ich mir auch eine Entlastung durch den Lehrling."
Hans-Jürgen Bäumle, Stuckateurbetrieb Bäumle GmbH, Murg
"Mein Lehrling ist im 1. Lehrjahr. Seine Aufgabe: Reinigung einer verschmutzten Decke incl. aller Vorbereitungen und der Durchführung. Ich war anschließend überrascht, wie selbständig er schon gearbeitet hat. Im Vorfeld sagte ich ihm, er solle sich bei mir melden, wenn etwas unklar wäre - er hat aber alles selbst hinbekommen.
Mein Lehrling war begeistert über die Aufgabe, eigenverantwortlich zu arbeiten. Er war viel schneller fertig, als gedacht und mit dem auf der Baustelle anwesenden Architekten hatte er das Ergebnis seiner Arbeit besprochen - 1a-Ergebnis. Ich habe ihn gelobt."
Mevlüt Altun, Stuckateurbetrieb Bauer GmbH, Mannheim
"Ich hatte leider noch keine Gelegenheit mit meinem Lehrling zu arbeiten. Ich glaube aber, dass man mit den Chefs klären muss, mehr Zeit für die Lehrlinge zu bekommen."
Daniel Eckert, Stuckateurbetrieb Adolf, Wernau
"Ich habe mit meinem Lehrling (2. Lehrjahr) seit Beginn meiner Weiterbildung Azubi-Trainer-Lizenz auch noch nicht zusammen arbeiten können. Ich habe jedoch mit meinem Chef meine Eindrücke etc. vom Seminar besprochen und das Ergebnis war, dass wir den Lehrling zukünftig anders führen wollen."
Ulrich Beck, Stuckateurbetrieb Gröber GmbH & Co. KG, Stuttgart
"Ich meine grundsätzlich, dass es sehr schade ist, dass viele nicht wissen, wie interessant der Beruf des Stuckateurs eigentlich ist. In Bezug auf die Ausbildung denke ich, dass Respekt beflügelt. Ich werde die für mich neuen Ansätze probieren."
Georg Tibelhorn, Stuckateurbetrieb Schilling, Tuttlingen
"Mein Lehrling hatte die Aufgabe eine Wand heraus zu reißen und dafür vorab die erforderliche Containergröße zu berechnen und diesen auch selbst zu bestellen. Für den Aufbau der Wand durfte er dann den Materialbedarf berechnen."
Matthias Gamalov, Soyez Stuckateur GmbH, Ilsfeld
"Bei uns wird den Lehrlingen schon immer eine hohe Eigenverantwortung gegeben. Ich habe meinen verschiedenen Lehrlingen verschiedene Aufgaben gestellt. ...
Lehrlinge machen natürlich auch hin und wieder was falsch - man muss sie trotzdem machen lassen, sie brauchen einfach mehr Zeit. So vorzugehen halte ich für richtig!"